Krebsforschung

Bild: MRT-UntersuchungDie Kooperation zwischen dem BMBF und dem Ministry of Science, Technology and Space (MOST) in der Krebsforschung besteht seit 1976. Sie wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) sowie israelischen Forschungseinrichtungen und Universitäten umgesetzt. Forschungsschwerpunkte sind u.a. Zell- und Tumorbiologie, Funktionale und Strukturelle Genomforschung, Tumorimmunologie, Infektion und Krebs sowie Translationale Krebsforschung und Personalisierte Medizin. Die gemeinsamen wissenschaftlichen Projekte mit jeweils dreijähriger Laufzeit setzen sich jeweils aus einem israelischen und einem DKFZ-Teilprojekt mit einem hohen Grad an Komplementarität zusammen. Bis Ende 2014 wurden im Rahmen der DKFZ-MOST-Kooperation 166 Tandemprojekte gefördert, 149 bereits erfolgreich abgeschlossen. Die Gesamtfördersumme des Programms belief sich bis zu diesem Zeitpunkt auf 31 Millionen Euro. Seit 2008 werden jährlich vom DKFZ und dem MOST geförderte themenspezifische Winter Schools für Nachwuchswissenschaftler der beteiligten Forschungseinrichtungen durchgeführt, die abwechselnd im deutschsprachigen Raum und in Israel abgehalten werden.

Das DKFZ-MOST Programm dient sowohl der Stärkung bereits bestehender Zusammenarbeiten als auch der Initiation von neuen Kooperationen zwischen den israelischen und deutschen Partnern mit besonderem Augenmerk auf der Förderung junger Arbeitsgruppenleiter. Hier dient das DKFZ-MOST Programm in der frühen Phase der wissenschaftlichen Karriere als effizienter Katalysator bei der Entwicklung eines eigenständigen Forschungsprofils und als Basis für langjährige Forschungskooperationen, die häufig auch als Ausgangspunkt für größere, transnationale Forschungsverbünde fungieren.

Im Rahmen der deutsch-israelischen Kooperation auf dem Gebiet der Krebsforschung kamen bereits zahlreiche herausragende Forschungsergebnisse zustande. Beispielhaft dafür sind die Arbeiten von Aaron Ciechanover von der medizinischen Fakultät des Technions Haifa, der 2005 den Nobelpreis für Chemie erhielt, wobei seine Forschungsarbeiten von 1999 bis 2003 zum Teil durch die Deutsch-Israelische Projektkooperation DIP finanziert worden war. Gemeinsam mit Avraham Hershko, seinem israelischen Doktorvater und dem Amerikanischen Wissenschaftler Irvin Rose entdeckte Ciechanover die Rolle des Ubiquitins bei der Degradation von Zellproteinen, einem Prozess, der von hoher Relevanz für die Krebsforschung ist, insbesondere beim Schutz gegen Tumore. Den bahnbrechenden Forschungsergebnissen von Aaron Ciechanover waren mehrere deutsch-israelische Kooperationsprojekte vorausgegangen, darunter Projekte der German-Israeli Foundation (GIF), der Volkswagen-Stiftung sowie vier durch das vom BMBF geförderte Projekte im Rahmen des DKFZ-MOST-Programms.

Aufbauend auf den positiven Erfahrungen beim Austausch von Nachwuchswissenschaftlern im Rahmen des DKFZ-MOST-Programms, wurde im Jahr 2012 ein von der Helmholtz-Gemeinschaft gefördertes Graduierten-Kolleg mit dem Weizmann-Institute of Science in Rehovot aufgebaut. Das Programm bietet 24 Doktoranden beider Einrichtungen Promotions-Stipendien sowie ein strukturiertes Ausbildungsprogramm, welches mehrmonatige Forschungsaufenthalte am jeweiligen Partner-Institut beinhaltet. Das Graduierten-Kolleg hat den wissenschaftlichen Austausch zwischen den beiden Ländern enorm bereichert.

Wesentliche neue Impulse in der Zusammenarbeit mit Israel wird die kürzlich initiierte Helmholtz-Israel Kooperation in Personalisierter Medizin setzen, die die Gesundheitsforschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft und Forschungseinrichtungen in Israel verbindet. Dieses Programm, dessen Aufbau sich an dem erfolgreichen Muster des DKFZ-MOST-Programms orientiert, wird in der Pilotphase von den mitwirkenden Helmholtz-Einrichtungen (DKFZ, MDC, HMGU, HZI und DZNE) und der Helmholtz-Gemeinschaft mit Anschubmitteln in Höhe von 900.000 € p.a. unterstützt und vom DKFZ koordiniert.

Ein wesentliches Ziel der personalisierten Medizin ist die Entwicklung neuer Ansätze für zielgerichtete Therapien der wichtigen Volkskrankheiten auf der Basis einer molekularen Stratifizierung von Patienten. Die Initiative greift damit ein Thema von besonders hoher Aktualität in beiden Ländern auf und wird durch aktuell gestartete nationale Initiativen flankiert.